Der Schweizer KMU-Kontenrahmen (Kontenrahmen für kleine und mittlere Unternehmen, auf Französisch Plan comptable PMC) ist der Referenzstandard zur Strukturierung der Buchhaltung in der Schweiz. Er gliedert die Konten in logische Klassen, die der Struktur der vom Obligationenrecht geforderten Bilanz und Erfolgsrechnung entsprechen.
Herausgegeben von veb.ch (Schweizerischer Verband der dipl. Experten in Rechnungslegung und Controlling), ist der KMU-Kontenrahmen der Nachfolger des bekannten Käfer-Kontenrahmens und wurde aktualisiert, um dem 2013 in Kraft getretenen neuen Schweizer Rechnungslegungsrecht zu entsprechen.
Allgemeine Struktur des KMU-Kontenrahmens
Der KMU-Kontenrahmen ist in 9 Klassen gegliedert, nummeriert von 1 bis 9. Die Klassen 1 und 2 speisen die Bilanz, die Klassen 3 bis 8 speisen die Erfolgsrechnung, und Klasse 9 dient dem Abschluss.
| Klasse | Bezeichnung | Jahresrechnung |
|---|---|---|
| 1 | Aktiven | Bilanz (Aktiven) |
| 2 | Passiven | Bilanz (Passiven) |
| 3 | Betriebsertrag | Erfolgsrechnung |
| 4 | Material-, Waren- und Dienstleistungsaufwand | Erfolgsrechnung |
| 5 | Personalaufwand | Erfolgsrechnung |
| 6 | Übriger betrieblicher Aufwand | Erfolgsrechnung |
| 7 | Ergebnis aus Nebenbetrieb | Erfolgsrechnung |
| 8 | Ausserordentliches Ergebnis und Steuern | Erfolgsrechnung |
| 9 | Abschluss | Erfolgsrechnung (Saldo) |
Klasse 1: Aktiven
Klasse 1 umfasst alles, was das Unternehmen besitzt, geordnet nach abnehmender Liquidität:
| Konto | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 10 | Flüssige Mittel | |
| 1000 | Kasse | Bargeld in CHF |
| 1010 | Post | PostFinance-Konto |
| 1020 | Bank | Bankkontokorrent |
| 11 | Forderungen | |
| 1100 | Debitoren | Kundenforderungen |
| 1109 | Delkredere | Wertberichtigung auf Forderungen (-) |
| 1170 | Rückforderbare Verrechnungssteuer | Forderung gegenüber ESTV für Verrechnungssteuer |
| 12 | Vorräte | |
| 1200 | Handelswaren | Warenbestand |
| 1210 | Rohstoffe | Rohstoffbestand |
| 13 | Aktive Rechnungsabgrenzungen | |
| 1300 | Transitorische Aktiven | Vorausbezahlte Aufwendungen, noch nicht erhaltene Erträge |
| 14 | Finanzanlagen | |
| 1400 | Wertschriften | Langfristige Anlagen |
| 1440 | Darlehen | An Dritte gewährte Darlehen |
| 15 | Mobile Sachanlagen | |
| 1500 | Maschinen und Apparate | |
| 1510 | Mobiliar und Einrichtungen | |
| 1520 | Büromaschinen und Informatik | |
| 1530 | Fahrzeuge | |
| 16 | Immobile Sachanlagen | |
| 1600 | Geschäftsliegenschaften | |
| 17 | Immaterielle Werte | |
| 1700 | Patente, Lizenzen | |
| 1770 | Goodwill |
Klasse 2: Passiven
Klasse 2 umfasst die Finanzierungsquellen des Unternehmens: Schulden und Eigenkapital.
| Konto | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 20 | Kurzfristige Verbindlichkeiten | |
| 2000 | Kreditoren | Lieferantenverbindlichkeiten |
| 2030 | Erhaltene Anzahlungen | Erhaltene Vorauszahlungen |
| 21 | Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten | |
| 2100 | Kurzfristige Bankverbindlichkeiten | Kredite, Kreditlinien |
| 22 | Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten | |
| 2200 | Geschuldete MWST | MWST-Schuld |
| 2210 | Übrige geschuldete Steuern | Quellensteuer, Verrechnungssteuer |
| 2270 | Geschuldete Sozialversicherungsbeiträge | AHV/IV/EO/ALV, zu zahlende BVG-Beiträge |
| 23 | Passive Rechnungsabgrenzungen und kurzfristige Rückstellungen | |
| 2300 | Transitorische Passiven | Noch nicht bezahlte Aufwendungen, im Voraus erhaltene Erträge |
| 2330 | Kurzfristige Rückstellungen | |
| 24 | Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten | |
| 2400 | Langfristige Bankverbindlichkeiten | Hypothekardarlehen, Kredite |
| 28 | Eigenkapital | |
| 2800 | Aktienkapital / Stammkapital | Kapital AG oder GmbH |
| 2900 | Gesetzliche Kapitalreserve | Agio, Einlagen |
| 2950 | Gesetzliche Gewinnreserve | Allgemeine Reserve |
| 2970 | Gewinn- / Verlustvortrag | Vortrag auf neue Rechnung |
| 2979 | Jahresgewinn / Jahresverlust | Ergebnis des Jahres |
Klassen 3 bis 8: Erfolgsrechnungskonten
Klasse 3: Betriebsertrag
| Konto | Bezeichnung |
|---|---|
| 3000 | Warenertrag |
| 3200 | Dienstleistungsertrag |
| 3400 | Übriger Betriebsertrag |
| 3800 | Erlösminderungen (Rabatte, Skonti) |
| 3900 | Bestandesveränderungen und aktivierte Eigenleistungen |
Klasse 4: Material- und Warenaufwand
| Konto | Bezeichnung |
|---|---|
| 4000 | Material- und Warenaufwand |
| 4200 | Drittleistungen (Unteraufträge) |
| 4900 | Erhaltene Erlösminderungen (Rabatte, Skonti) |
Klasse 5: Personalaufwand
| Konto | Bezeichnung |
|---|---|
| 5000 | Löhne |
| 5700 | Sozialversicherungsaufwand (AHV, IV, EO, ALV) |
| 5720 | BVG-Beiträge |
| 5730 | Unfallversicherung (UVG) |
| 5800 | Übriger Personalaufwand |
Klasse 6: Übriger betrieblicher Aufwand
| Konto | Bezeichnung |
|---|---|
| 6000 | Raumaufwand |
| 6100 | Unterhalt und Reparaturen |
| 6200 | Versicherungen |
| 6300 | Energie und Entsorgung |
| 6500 | Verwaltungsaufwand (Büromaterial, Telefon, Internet) |
| 6570 | Honorare Treuhand und Buchhaltung |
| 6600 | Werbeaufwand |
| 6800 | Abschreibungen |
| 6900 | Finanzaufwand (Zinsen, Bankspesen) |
Klassen 7 und 8: Betriebsfremdes und ausserordentliches Ergebnis
| Konto | Bezeichnung |
|---|---|
| 7000 | Ertrag aus Nebenbetrieb (Liegenschaftsertrag usw.) |
| 7010 | Aufwand aus Nebenbetrieb |
| 7500 | Finanzertrag |
| 7900 | Finanzaufwand |
| 8000 | Ausserordentlicher Ertrag |
| 8100 | Ausserordentlicher Aufwand |
| 8900 | Direkte Steuern |
Den Kontenplan an Ihr Unternehmen anpassen
Der KMU-Kontenrahmen ist ein Referenzrahmen, den jedes Unternehmen an seine spezifischen Bedürfnisse anpassen muss:
- Branche: Ein Dienstleistungsunternehmen benötigt keine aufwändigen Bestandskonten, im Gegensatz zu einem Handelsbetrieb
- Unternehmensgrösse: Ein Kleinstunternehmen verwendet einen vereinfachten Plan mit 50-80 Konten, während ein KMU 100-200 benötigt
- Analytische Bedürfnisse: Unterkonten können zur Verfolgung der Erträge nach Produkt, Region oder Projekt erstellt werden
- MWST-Anforderungen: Die Ertrags- und Aufwandkonten müssen die Aufschlüsselung nach MWST-Sätzen ermöglichen
Wie AX-Fiduciaire Sie begleitet
Bei der Einrichtung Ihrer Buchhaltung konfigurieren wir einen auf Ihre Tätigkeit angepassten Kontenplan:
- Bedarfsanalyse: Wir ermitteln die notwendigen Konten gemäss Ihrer Branche und Grösse
- Konfiguration: Wir parametrieren den Kontenplan in Ihrer Software (Odoo, Bexio, Crésus)
- Personalisierung: Wir fügen Unterkonten hinzu, um Ihre analytischen Bedürfnisse zu erfüllen
- Schulung: Wenn Sie selbst bestimmte Buchungen erfassen, schulen wir Sie in der Nutzung des Kontenplans
Tipp von AX-Fiduciaire: Ein von Anfang an gut strukturierter Kontenplan erleichtert die tägliche Buchführung, den Jahresabschluss und die Steueroptimierung. Vernachlässigen Sie diesen grundlegenden Schritt nicht.
Brauchen Sie Hilfe bei der Strukturierung Ihres Kontenplans? Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Begleitung.